Weiterbildung Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase §132 g SGB V

 

Laut §132g SGB V können Pflegeeinrichtungen im Sinne des §43 SGB XI und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung den Versicherten eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Im Rahmen der Beratung sollen die Versicherten über Möglichkeiten der medizinisch-pflegerischen Versorgung und Betreuung sowie über Angebote der Sterbebegleitung beraten werden.
Das Ziel des Beratungsprozesses soll sein, den Leistungsberechtigten in die Lage zu versetzen, mit dieser Lebensphase umgehen zu können und sich als selbstwirksam zu erfahren, um im Sinne der Autonomie und der Förderung der eigenen Lebensqualität über die Gestaltung dieser Lebensphase entscheiden zu können.

 

Inhalte:

Die Weiterbildung beinhaltet im theoretischen Teil verschiedene Lernfelder, die im Rahmen der praktischen Begleitung und von Coachingtreffen praxisbezogen und handlungsorientiert konkretisiert und vertieft werden. Folgende Lernfelder werden unterrichtet:

  • Einführung in die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
  • Kenntnisse zu medizinisch-pflegerischen Sachverhalten
  • Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen
  • Kommunikation in Beratungsgesprächen zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

 

Organisation und Umfang:

Die Weiterbildung gliedert sich in zwei Teile.
Im ersten Abschnitt werden 48 Unterrichtseinheiten theoretischer Unterricht sowie 12 Unterrichtseinheiten auf vier begleitete Beratungsgespräche incl. anschließender Reflexion absolviert.
Nach erfolgreichem Abschluss des ersten Qualifizierungsabschnittes soll eine Vertiefung durch Sammlung von Praxiserfahrung erfolgen. Der zweite Teil umfasst die allein verantwortliche Planung, Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation von mindestens sieben Beratungsprozessen. Diese Phase wird durch festgelegte Termine mittels Coaching, Plenararbeit, Austausch etc. begleitet.

 

Ziel:

Die künftigen Berater sollen in der Lage sein, den Leistungsberechtigten im Prozess der Entscheidungsfindung zur Gestaltung der Versorgung in der letzten Lebensphase zur Seite zu stehen. Sie sollen den zu Beratenden im Verlauf der Gespräche mit dessen persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen wahrnehmen und in der Auseinandersetzung über medizinisch-pflegerische Abläufe, Möglichkeiten, Ausmaß und Intensität von medizinischen Interventionen sowie palliativ-medizinischer und palliativ-pflegerischer Maßnahmen begleiten. Dies kann für den einzelnen Leistungsberechtigten ggf. eine Belastung darstellen, für die der Berater sensibel sein muss. Daher sind die persönlichen Anforderungen an einen Berater hinsichtlich der Gesprächsführungskompetenz zu definieren als:

  • Kooperation
  • Kommunikation
  • Selbstreflexion
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Respekt und Empathie

 

Aufgaben:

Inhalte der Leistung der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase sind.

  • Beratung der Leistungsberechtigten mittels Beratungsgesprächen und Fallgesprächen
  • Dokumentation des Beratungsprozesses einschließlich der Willensäußerungen
  • Interne Vernetzung durch Gewährleistung der Begleitungsprozesse
  • Externe Vernetzung durch Einbezug benachbarter Berufsgruppen und Dienstleister

 

Zugangsvoraussetzungen:

Eine abgeschlossene Berufsausbildung als

  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Altenpfleger
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
  • Staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger
  • Staatlich anerkannte Heilpädagogin
  • Staatlich anerkannter Erzieher

oder

Ein einschlägiger Studienabschluss im Bereich

  • Gesundheits- und Pflegewissenschaft
  • Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaft

Und eine dreijährige, für die gesundheitliche Versorgungsplanung einschlägige Berufserfahrung innerhalb der letzten acht Jahre, die mindestens einen Umfang einer halben Stelle umfasst hat. Insbesondere in einer vollstationären Pflegeeinrichtung, einem ambulanten Pflegedienst, einem ambulanten Hospizdienst/ Kinderhospizdienst, einem stationären Hospiz/ Kinderhospiz, einem SAPV-Team, einer Palliativstation oder in einem Palliativdienst im Krankenhaus oder in Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche.
Als Berater kommen auch Ärzte mit für die gesundheitliche Versorgungsplanung einschlägiger dreijähriger Berufserfahrung in der gesundheitlichen Versorgung von schwerstkranken oder sterbenden Menschen im ambulanten oder stationären Bereich in den letzten acht Jahren in Frage.

 

Termine:

Block 1: 22.10.2019 – 24.10.2019

Block 2: 19.11.2019 – 21.11.2019

Anmeldeschluss ist Mittwoch, der 31.07.2019