Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Der Schwesternverband ein lebenszyklusorientierter Arbeitgeber

Der Schwesternverband und seine Tochtergesellschaften beschäftigen derzeit über 3.300 Menschen. Familie und Beruf – das sind zwei wichtige Konstanten im Leben unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Themen Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen beschäftigen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon zum großen Teil. Wir wollen als Arbeitgeber attraktiv sein und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beste Arbeitsbedingungen bieten. Familienkonforme Arbeitsbedingungen und Berücksichtigung der Lebensphasen jedes einzelnen Arbeitnehmers sind wesentliche Bestandteile der Personalpolitik des Schwesternverbandes.

Schon heute gibt es viele Ansätze und Arbeitszeitmodelle, um die Arbeit im Schwesternverband mit den Anforderungen aus dem privaten Bereich wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder auch Weiterqualifizierungen bestmöglich zu vereinbaren. Mit dem Zertifikat zum „audit berufundfamilie“, mit dem der Schwesternverband im Oktober 2017 für seine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik ausgezeichnet wurde, hat die Positionierung des Schwesternverbandes als lebensphasenorientiertes Unternehmen aber in der Tat eine neue Dimension erreicht. Das anerkannte Qualitätssiegel ist Beleg für die erfolgreiche vorangegangene Auditierung und zugleich Messgrad für die strategische Weiterverfolgung der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Im Rahmen der Auditierung wurden der Bestand der Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie begutachtet und weiterführende Ziele einer familienbewussten Personalpolitik definiert.

Die definierten Ziele sollen innerhalb von drei Jahren erreicht werden und sind entweder bereits umgesetzt oder befinden sich noch in der Umsetzung. Eine Überprüfung der Fortschritte findet jährlich statt. Mit dieser verbindlichen Zielvereinbarung bzw. einem Handlungsprogramm wird dafür gesorgt, dass Familienbewusstsein in der Unternehmenskultur verankert wird und bleibt.

Die Zielsetzung

Der Schwesternverband verfolgt damit folgende Ziele:

  • starke Mitarbeiterbindung
  • Verankerung der Ausbildung von neuen Mitarbeitenden und (Nachwuchs-)Führungskräften in der Unternehmensstrategie
  • die Verankerung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Lebensphase und Privatleben in der Unternehmenskultur und der Führungskräfte- und Personalentwicklung.

Nach der Zertifizierung des Saarländischer Schwesternverband e.V., der Schwesternverband Pflege und Assistenz gGmbH, der Saarländischer Schwesternverband Betriebsges. gGmbH, der Schwesternverband ambulante Pflege gGmbH und der Diakonissenhaus Nonnenweier Pflege und Ausbildung gGmbH wurde die Zielvereinbarung nun auch für die Schwesternverband Dienstleistungsgesellschaft mbH bei der Zertifizierungsstelle eingereicht. Mit dem Zertifikat ist bis Ende 2018 zu rechnen.

„Wir möchten, dass unsere Beschäftigten attraktive Arbeitsbedingungen haben und zufrieden sind“, wünscht sich Heike Müller-Grübner, Mitglied des Vorstandes und Personalleiterin. „Ziel ist es, qualifizierte Arbeitskräfte im Verband zu halten und durch die Umsetzung der nun gesetzten Ziele in der Personalpolitik neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.“

Die Handlungsfelder

Acht Handlungsfelder, die die Kernbereiche einer strategischen Personalpolitik widerspiegeln, bilden den Rahmen:

  • Arbeitszeit
  • Arbeitsorganisation
  • Information und Kommunikation
  • Führung
  • Personalentwicklung
  • Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen
  • sowie Service für Familien

Umsetzung der Zielvereinbarung in 2018

Im Rahmen der Umsetzung der Zielvereinbarung wurden 2018 verschiedene Maßnahmen umgesetzt oder angestoßen, die für deren Erreichung relevant sind:

Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeitszeiten, verbindliche Dienstplanung und Springerstellen: Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und individuelle Anpassung an die Lebensphasen sind nur einige der zahlreichen Maßnahmen im Rahmen des „audits berufundfamilie“. In 2018 wurde  ein Verfahren zur Arbeitszeitreduzierung umgesetzt, dass regelt wie der Wunsch von  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund ihres Lebensalters oder ihrer Lebensphase gerne ihre Arbeitszeit reduzieren wollen auch unter Berücksichtigung der Interessen des Arbeitgebers umgesetzt werden soll

Für mehr Planungssicherheit bezüglich der Wahrnehmung individueller Termine und privater Verpflichtungen durch die Mitarbeitenden sorgt die Einführung einer verbindlichen Dienstplanvorlaufzeit (Monatsdienstplan) und einer Jahresurlaubsplanung. Kurzfristige ungeplante Ausfälle sollen zukünftig durch die Einrichtung von Springerstellen auf Einrichtungs- oder Regionalebene abgefedert werden, um die Belastungen des außerplanmäßigen Einspringens für unsere Mitarbeitenden zu reduzieren.

Schaffung eines zentralen Dienstplanmanagements und Qualifizierung der Dienstplanverantwortlichen: Es wurde ein zentrales Dienstplanmanagement eingeführt, dass die Dienstplanverantwortlichen vor Ort in den Einrichtungen unterstützt Die Führungsverantwortlichen erhalten damit bei der Dienstplangestaltung mehr Sicherheit.

Zusätzlich erhalten die Dienstplanverantwortlichen in 2019 verbindliche Schulungen, in denen die gesetzlichen Anforderungen, der wirtschaftliche Personaleinsatz und die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie berücksichtigt sind. Dabei wird auch die effektive und effiziente Gestaltung der Übergaben thematisiert.

Höhere Effizienz in der Arbeitsorganisation durch bessere Kommunikation: Die Besprechungszeiten und Übergaben werden so geregelt, dass möglichst alle Mitarbeitenden mit familiären Verpflichtungen an ihnen teilnehmen können bzw. werden ihnen die Informationen aus den Besprechungen zur Verfügung gestellt und damit gewährleistet, dass sie ihrem Versorgungsauftrag rechtzeitig nachkommen können.

Betriebliches Gesundheitswesen: Geeignete Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsfürsorge werden in die Fortbildungsplanung aufgenommen, sodass sie trägerintern bekannt sind und im Rahmen des Akademieprogramms bekannt gemacht. Ein Verfahren zur Planung, Erstellung und Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen, auch der psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz, wurde erstellt.

Führungskräfte: Die Führungskräfte werden verpflichtend qualifiziert und geschult, um die Maßnahmen der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben in ihren Teams und in den Einrichtungen und Diensten des Schwesternverbands umsetzen zu können. Die von den Führungskräften umzusetzenden Ziele und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben werden zukünftig in die Zielvereinbarungsgespräche aufgenommen. Die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben gelten hierbei gleichermaßen für die Führungskräfte selbst.

Schaffung einer Servicestelle für Familien

Im Schwesternverband wird ab 01.12.2018 eine zentrale Servicestelle für Familien eingerichtet, die alle Beschäftigten zu Themen wie Mutterschutz, Elternzeit, Pflegezeit, Familienpflegezeit beraten wird. Die Beschäftigten des Schwesternverbands erhalten hier professionelle Unterstützung zur Klärung von Fragen zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen bzw. ihrer Kinder. In den kommenden zwei Jahren wird der Schwesternverband am Standort Ottweiler eine Kindertagesstätte bauen, deren Öffnungszeiten sich an den Arbeitszeiten der Mitarbeiter/-innen orientieren werden.

Die Servicestelle wird entsprechendes Informationsmaterial für Mitarbeitende rund um das Thema Pflege zur Verfügung stellen. Dabei werden vor allem auch die Angebote des Schwesternverbands bekannt gemacht.

 


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